Lektion 9: Datenschutz und Sicherheit

Lektionen · Monika Michler

In den letzten Lektionen hast du gesehen, wie viel KI dir im Alltag und im Beruf abnehmen kann. Bevor du sie zur Gewohnheit machst, lohnt sich ein Blick auf eine Frage, die oft zu kurz kommt: Was passiert eigentlich mit dem, was ich eingebe?

Die meisten KI Anwendungen laufen nicht auf deinem Rechner, sondern auf den Servern des Anbieters. Alles, was du in das Eingabefeld schreibst oder hochlädst, wird dorthin übertragen. Je nach Anbieter und Einstellungen wird es gespeichert, ausgewertet oder sogar für das Training künftiger Modelle verwendet. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund, bewusst zu entscheiden, was du eingibst.

Die einfache Grundregel

Gib nur ein, was du auch einem fremden Dienstleister anvertrauen würdest. Wenn du bei einer Information zögerst, lass sie weg oder ersetze sie durch einen Platzhalter. Ein Text über „einen Kunden aus der Baubranche“ funktioniert für die KI genauso gut wie der echte Firmenname.

Was nie in eine KI gehört

  • Passwörter und Zugangsdaten. Auch nicht „nur kurz zum Sortieren“.
  • Personenbezogene Daten anderer Menschen. Namen, Adressen, Geburtsdaten, Gesundheitsdaten oder Gehälter von Kunden und Mitarbeitern. Hier gilt die Datenschutz Grundverordnung, und die betroffenen Personen haben in der Regel nicht zugestimmt.
  • Vertrauliche Unterlagen. Verträge, Angebote, interne Zahlen oder Strategiepapiere.
  • Alles, was einer Geheimhaltung unterliegt. Zum Beispiel Informationen, die dir ein Kunde unter Vertraulichkeit gegeben hat.

Wenn du mit solchen Dokumenten arbeiten möchtest, anonymisiere sie vorher. Streiche Namen, ersetze Zahlen durch Beispielwerte und lass Unterschriften und Kontaktdaten weg. Für die Aufgabe selbst, etwa eine Zusammenfassung oder eine bessere Formulierung, braucht die KI diese Details fast nie.

Einstellungen prüfen

Viele Anbieter lassen dich einstellen, ob deine Eingaben für das Training verwendet werden dürfen und wie lange der Verlauf gespeichert bleibt. Nimm dir einmal fünf Minuten und schau in die Einstellungen deines KI Tools. Schalte die Nutzung zum Training aus, wenn das möglich ist, und lösche alte Unterhaltungen, die du nicht mehr brauchst.

Im Beruf: nicht einfach privat nutzen

Wenn du KI für die Arbeit einsetzt, kläre das mit deinem Betrieb. Viele Unternehmen bieten inzwischen Firmenkonten oder Business Versionen an, bei denen die Daten vertraglich besser geschützt sind. Nutze diese statt eines privaten Kontos. Und denk daran: Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Artikel 4 des EU AI Act von Unternehmen, dass ihre Mitarbeiter über ausreichende KI Kompetenz verfügen. Dazu gehört genau dieses Wissen über den sicheren Umgang. Mehr dazu findest du im Beitrag KI-Kompetenz ist Pflicht.

Sicherheit in die andere Richtung

Datenschutz ist nur die eine Seite. KI macht auch Betrüger besser. Phishing Mails sind heute fehlerfrei formuliert und wirken persönlich. Stimmen lassen sich nachahmen, Bilder und Videos fälschen. Deshalb:

  • Sei bei E Mails und Nachrichten misstrauisch, die dich zu schnellem Handeln drängen, auch wenn sie perfekt klingen.
  • Rufe bei ungewöhnlichen Anfragen, etwa einer angeblichen Überweisung oder einem Passwortwechsel, über eine dir bekannte Nummer zurück.
  • Sichere deine wichtigen Konten mit einer Zwei Faktor Anmeldung ab.

Ergebnisse bleiben deine Verantwortung

KI kann Inhalte erfinden, die überzeugend klingen. Was du mit KI erstellst und weitergibst, verantwortest du. Prüfe wichtige Aussagen, Zahlen und Quellen, bevor du sie verwendest. Wie das geht, hast du in Lektion 4 gelernt.

Eine Alternative: KI, die auf deinem Gerät läuft

Es gibt inzwischen KI Modelle, die direkt im Browser oder auf dem eigenen Rechner laufen. Deine Eingaben verlassen das Gerät dann gar nicht erst. Solche Modelle sind kleiner und antworten einfacher als die großen Dienste, für viele Aufgaben reichen sie aber aus. Ein Beispiel kannst du auf meiner Seite KI im Browser ausprobieren.

Fazit

Sicher mit KI zu arbeiten ist keine Technikfrage, sondern eine Frage der Gewohnheit. Überlege vor jeder Eingabe kurz, ob die Information wirklich nötig ist. Halte Passwörter und fremde personenbezogene Daten grundsätzlich heraus. Prüfe die Einstellungen deines Tools einmal gründlich. Und bleib wachsam, wenn Nachrichten zu gut klingen, um echt zu sein.

In der letzten Lektion schauen wir zurück und nach vorn: Was du jetzt kannst und wie du dranbleibst, ohne dich von der Entwicklung überrollen zu lassen.