
WordPress oder Joomla: Wer eine Webseite plant, landet fast automatisch bei einem Content-Management-System, kurz CMS. Das ist praktisch, hat aber seinen Preis. Ständige Updates, Erweiterungen von Drittanbietern und immer neue Sicherheitslücken gehören dazu. Deshalb lohnt sich die Frage: Brauchst du überhaupt ein CMS, oder reicht eine schlanke HTML-Seite?
Was ist der Unterschied?
Ein CMS ist ein Programm auf deinem Server. Es baut jede Seite erst beim Aufruf aus Datenbank, Vorlage und Erweiterungen zusammen. Du pflegst Texte und Bilder bequem im Browser, ganz ohne Programmierkenntnisse.
Eine HTML-Seite liegt dagegen fertig auf dem Server. Es gibt keine Datenbank und keine Software, die im Hintergrund läuft. Der Server liefert die Seite einfach aus.
Die Schattenseite eines CMS
- Updates: CMS, Template und jede Erweiterung brauchen regelmäßig Updates. Bleiben sie liegen, wird die Seite angreifbar.
- Sicherheitslücken: Die Lücke wp2shell im Sommer 2026 und das WordPress-Update 7.1.3 zeigen, wie schnell es gehen kann. Angreifer suchen gezielt nach Seiten, die nicht aktuell sind.
- Mehr Ballast: Viele Erweiterungen laden eigene Skripte, Schriften und Dienste. Das macht die Seite langsamer und oft auch datenschutzrechtlich heikel.
- Laufende Kosten: Wartung, Lizenzen für Premium-Erweiterungen und ein leistungsstärkeres Hosting summieren sich.
Wann ein CMS sinnvoll ist
Ein CMS bleibt die richtige Wahl, wenn:
- du regelmäßig selbst Inhalte änderst, etwa Aktionen, Termine oder Speisekarten,
- du einen Blog oder Neuigkeiten pflegst,
- du einen Online-Shop betreibst,
- mehrere Personen an der Seite arbeiten,
- die Seite viele Unterseiten hat und ständig wächst.
Dann sollte das CMS aber auch gepflegt werden. Genau dafür gibt es eine Wartung.
Wann HTML die bessere Wahl ist
Eine HTML-Seite passt, wenn:
- sich deine Inhalte selten ändern, zum Beispiel bei einer Visitenkarte im Netz, einer Firmenseite oder einer Landingpage,
- dir Tempo und Sicherheit wichtiger sind als eigenes Bearbeiten,
- du keine laufenden Updates möchtest,
- du ohne Cookie-Banner und fremde Dienste auskommen willst.
Der Vorteil ist deutlich: Wo kein CMS läuft, gibt es auch keine CMS-Lücke. Die Seite lädt schnell, braucht wenig Hosting und kaum Wartung. Kleine Änderungen übernimmt deine Webdesignerin.
Drei Fragen für deine Entscheidung
- Wie oft ändere ich Inhalte selbst? Wöchentlich spricht für ein CMS, ein paarmal im Jahr für HTML.
- Brauche ich Shop, Blog oder Mitgliederbereich? Dann führt kaum ein Weg am CMS vorbei.
- Wer kümmert sich um Updates? Wenn das niemand regelmäßig macht, ist HTML die sicherere Wahl.
Mein Tipp
Wähle die Technik nach deinem Alltag, nicht nach Gewohnheit. Für viele kleine Betriebe ist eine schnelle HTML-Seite völlig ausreichend, etwa als Landingpage. Du bist unsicher? Schreib mir, ich berate dich ehrlich, auch wenn die Antwort „du brauchst kein CMS“ lautet.